Verhandlungstipp 7: Kontrollieren Sie Ihre Gedanken!

Ja, genau, kontrollieren Sie Ihre Gedanken. Ich weiß, das hört sich etwas esoterisch oder übersinnlich an. Ist es aber gar nicht. Machen wir ein kleines Experiment – lesen Sie sich den folgenden Satz bitte ganz aufmerksam durch:


Denken Sie jetzt nicht an einen roten Affen.




Und? Was ist passiert? Ist Ihnen etwa vor Ihrem geistigen Auge ein roter Affe erschienen? So ist das nun mal. Leider ist unsere Funktionalität dahingehend etwas eingeschränkt, dass wir nicht in der Lage sind, uns etwas nicht vorzustellen. Zugegeben, rote Affen kommen in Verhandlungen eher selten vor und sollten deswegen kein Problem darstellen.

Aber stellen Sie sich folgende Situation vor:
Ihr Verhandlungspartner trifft bei Ihnen gerade einen wunden Punkt, den Sie am liebsten galant übergehen würden. In Gedanken flüstern Sie ein „Jetzt nur nicht unruhig werden …“ in sich hinein. Und genau das Gegenteil passiert: Sie zeigen vermutlich, mehr oder weniger ausgeprägt, dass Sie unruhig sind. Während Sie sich bewusst zu machen versuchen, nicht unruhig zu werden, arbeitet Ihr Unterbewusstsein längst am Gegenteil. Es kann mit dem Wörtchen „nicht“ nichts anfangen (denken Sie nicht an den roten Affen) und stellt alle körperlichen Funktionen auf „unruhig“ bzw. "Achtung, wunder Punkt, jetzt wird's gleich unbehaglich".
Wenn Sie diese Situation vermeiden wollen, gewöhnen Sie sich am besten das Wörtchen „nicht“ ab und legen Sie sich stattdessen einige Positiv-Formulierungen zurecht:
„Ich bin ruhig und gelassen.“
„Alles ist ganz normal.“
„Ich bin ganz locker.“

Das bewusste Denken und Kommunizieren in Positiv-Aussagen ist übrigens auch in vielen anderen Bereichen des Lebens hilfreich:
Bei der Reklamation: „Wir haben eine Lösung“ statt „Es gibt kein Problem“.
Vor dem Vortrag: „Ich bringe die Präsentation souverän über die Bühne“ statt „Hoffentlich verliere ich nicht den Faden“.
Bei einer Evakuierung: „Bleiben Sie ruhig“ statt „Es gibt keinen Grund zur Panik“.
Beim Zahnarzt: „Seien Sie ganz locker“ statt „Keine Sorge, es wird gar nicht weh tun.“

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