Wie Sie in Ihrer Kommunikation immer gute (Visiten-)Karten haben

Ihre Standardmaße sind 85-54-0,20. Ihr Gewicht liegt bei etwa 1,2 Gramm. Nein, ich meine nicht das Top-Model aus der letzten Casting-Show. Es geht um ein kleines Stück Karton, das aus der kommunizierenden Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken ist und auch in Zeiten elektronischer Medien nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat: die Visitenkarte.


Kurzfassung für Eilige:
Die Visitenkarte ist das, was Sie nach einem schriftlichen oder persönlichen Besuch hinterlassen. Sie repräsentiert Sie und Ihr Haus. Ihr Nutzen geht weit über die Weitergabe von Kontaktinformationen hinaus.

Eine Kartonstärke von 250 bis 350 g/qm ist aus gutem Grund die beste Wahl: Vergleicht man die Visitenkarte mit einem Händedruck, ist sie fest, beständig, aber nicht aufdringlich stark und "unbeugsam". Abweichungen vom Standardmaß (Kreditkarten-Format) fallen zwar auf, sollten jedoch hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit sorgfältig durchdacht sein.

Neben dem Firmenlogo sind vollständiger Name und komplette Anschrift des Überreichenden die minimalen Angaben auf der Visitenkarte. Weitere gestalterische Elemente und Farben dosieren Sie bitte vorsichtig. Am besten, Sie lassen einen Profi ran.

Absolut verboten: "Eine für alle", also Visitenkarten, die in großer Stückzahl für das gesamte Unternehmen gedruckt wurden und keine persönlichen Daten enthalten. Das nimmt der Karte ihre wichtigste Eigenschaft: Die Persönlichkeit.


Die Visitenkarte repräsentiert Sie und Ihr Haus
Die Visitenkarte ist mehr als ein Stück Karton, sie ist eben Ihre Visitenkarte. Noch klarer wird das, wenn man einen Blick in den "Duden - Deutsches Universalwörterbuch" wirft:

"Vi|si|ten|kar|te, die: kleine Karte mit aufgedrucktem Namen und aufgedruckter Adresse; jmdm. seine V. geben, überreichen; Übertragung: diese Autobahnraststätte ist keine V. (kein Aushängeschild); * seine V. hinterlassen (verhüll. spöttisch.; irgendwo Spuren von Unsauberkeit, Kritzeleien o. Ä. hinterlassen)."

Mit jeder Visitenkarte, die Sie jemandem überreichen, hinterlassen Sie gleichzeitig all die Emotionen und Erwartungen, die ein zwischenmenschlicher Kontakt birgt - und damit einen mehr oder weniger bleibenden Eindruck. Letzterer hängt von Ihnen und natürlich von Ihrer Visitenkarte ab.

Die "technischen Daten"
Das Kreditkartenformat - 85 x 54 mm - gilt als Standardmaß für Visitenkarten. Da es jedoch keine feste Regel gibt, werden immer wieder auch andere Maße, z. B. 90 x 50 mm oder 90 x 45 mm, genutzt. Wichtiger als die Zahlenspielerei mit Millimetern ist die Aufbewahrungsmöglichkeit der Visitenkarte. Passt sie in die Fächer einer handelsüblichen Brieftasche (die im Regelfall Kreditkartenformat haben), und kann sie der Empfänger in seinen Visitenkarten-Taschen, -hüllen oder -boxen unterbringen, ohne sie erst mühsam zurechtstutzen zu müssen?

Die Grammatur des Kartons ist wichtig für die Haltbarkeit der Visitenkarte. Je leichter das Papier, desto schneller reißt es ein oder franst an den Rändern aus - die Visitenkarte wird unansehnlich. Nicht zu unterschätzen ist der haptische Eindruck. Vergleichen Sie die Visitenkarte gedanklich mit einem Händedruck: Zu leichtes Papier wirkt unentschlossen, weich, biegsam - man hat "nichts in der Hand". Zu schwerer Karton erinnert an einen Händedruck, der einem Schraubstock gleicht: Diesem Gegenüber hat man nichts entgegenzusetzen, er bestimmt, wo es langgeht. Ideal und am gebräuchlichsten ist Karton mit einem Gewicht um 250 bis 350 g/qm. Der ist griffig, aber nicht zu fest - eben wie ein partnerschaftlicher Händedruck.

Weniger ist mehr
Das Design reicht von konventionell (fast schon puristisch) bis hin zu üppig und futuristisch. Weil der Gestaltung kaum mehr Grenzen gesetzt sind, verliert man mitunter den Blick für's Wesentliche: Es ist eine Visitenkarte und soll eine bleiben - kein Flyer, kein Unternehmensfolder, keine Broschüre.

Das Logo (wenn vorhanden) muss auf die Visitenkarte, ebenso die grundlegenden Kontaktinformationen des Überbringers. Diese Angaben, übersichtlich und ansprechend angeordnet, sind ausreichend.

Weitere Gestaltungselemente sollten nur mit äußerste Zurückhaltung und Bedacht genutzt werden. Sie können die Visitenkarte überladen, zu voll und unstrukturiert wirken lassen. Um dies zu vermeiden, ist Profi-Arbeit gefragt: Grafiker und Designer wissen, was "gut" ankommt und wann man die Grenze zum "zuviel" überschreitet.

Übrigens: Zu den Kontaktinformationen des Überbringers zählen zwingend dessen Vorname und Name. Also bitte keine Standard-Visitenkarten für das ganze Unternehmen, mit einem "überreicht durch:" und der Rufnummer der Telefonzentrale. Ihre Visitenkarte ist so ziemlich das persönlichste Werbemittel, das Sie hinterlassen können. Machen Sie sie nicht zu einem unpersönlichen Stück Papier.

Immer aktuell, immer in Bestform
Ihre Visitenkarte muss immer aktuell sein. Veraltete Rufnummern, handschriftliche Änderungen, überklebte Kontaktinformationen sind tabu. Wenn's schon an den eigenen Visitenkarten scheitert, wie soll man sich dann auf Sie und Ihre (Dienst-)Leistungen verlassen können?

Halten Sie Ihre Visitenkarten bis zur Übergabe „artgerecht“ – bewahren Sie sie also in dafür bestimmten Boxen und Etuis auf. So bleiben sie bis zur Übergabe sauber und unbeschädigt. In Briefen, an Angebotsunterlagen oder sonstigen „Transportmitteln“ nutzen Sie selbstklebende Visitenkartentaschen (z. B. bei Schönherr erhältlich) – Brief- oder Heftklammern sind ab sofort verboten.

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