Montag, 21. März 2011

Klare Worte: Drei Tipps für eine starke Rhetorik

Da bin ich überzeugt, dass ich mich klar und deutlich ausgedrückt habe - trotzdem bleiben meine Worte von Seiten der Zuhörer ohne die gewünschte Reaktion. Dabei hatte ich mich gut vorbereitet und die Rede in Gedanken strukturiert, damit ich sie frei halten kann und authentisch rüberkomme. Geht Ihnen das auch manchmal so? Dann ist es Zeit für klare Worte: Drei Tipps für eine starke Rhetorik.


1. Eigentlich ist alles relativ
Genau, so ist es: Eigentlich ist alles relativ. Deswegen können Sie sich beide Worte eigentlich auch sparen, denn sie sind relativ nutzlos. Das erste - eigentlich - sowieso. Das zweite - relativ - benutzen Sie am besten nur, wenn Sie auch tatsächlich auf eine Verhältnismäßigkeit hinweisen wollen oder müssen. Und das müssen Sie relativ selten unbedingt durch das Wort relativ tun. Eigentlich nie.

2. Es kann passieren, dass man handeln muss
Gehört habe ich schon oft von den beiden - "ES" und "MAN" sind in fast jeder Rede allgegenwärtig. Und ich habe den Eindruck, je kritischer das Thema ist, um so häufiger zieht man - Entschuldigung - zieht sich der Redner auf sie zurück. Besonders in der Krisenkommunikation kommen sie deshalb häufig zum Einsatz. Sie sind so schön universell und interpretationsoffen: Das scheinbar übermächtige "ES", gegen das jeder machtlos ist, und das beliebige "MAN", mit dem ich jeden und damit praktisch keinen konkret anspreche. Streichen Sie am besten beide Formulierungen aus Ihrem Vokabular.

3. Bleiben Sie ruhig - es besteht kein Grund zur Panik
Sie kennen sicher die zahlreichen Actionfilme, in denen dieser Satz vorkommt. Während die Angesprochen beim ersten Teil der Aussage tatsächlich noch besonnen reagieren, verfallen Sie beim Hören der Formulierung "kein Grund zur Panik" prompt in selbige. Warum? Das Reizwort "Panik" wird im Unterbewusstsein direkt verarbeitet. Das kann sich aber "keinen Grund zur Panik" nicht vorstellen, sondern muss den Umweg über die "Panik" gehen. Und in diesem Moment ist es auch schon zu spät, alle Alarmsignale schrillen ...
Das Gleiche passiert beim kleinen Wörtchen "nicht". Bitte konzentrieren Sie sich und lesen Sie folgenden Satz:

Denken Sie jetzt nicht an einen roten Affen.

Lassen Sie mich raten, woran Sie gerade gedacht haben ...

Wenn Sie also verhindern wollen, dass jemand etwas bestimmtes tut, sagen Sie ihm am besten nicht, dass er das nicht tun soll. Sagen Sie ihm lieber, was er (stattdessen) tun soll.

Sie können diesen Tipp auch andersherum nutzen. Ein Beispiel:

Sie sollten diesen Blog nicht regelmäßig lesen, es sei denn, Sie wollen nützliche Informationen und Tipps, die Sie im Verhandeln, Verkaufen und in der Kommunikation tatsächlich weiterbringen.

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