Dienstag, 28. Juni 2011

Na dann: Fröhliche Weihnachten!

Weihnachtsabend. Die Kerzen flackern vor sich hin, das brennende Holz im Kamin knistert, ein Paar sitzt mit einem Glas Rotwein vor dem Kamin …

Sie: „Schöööön …“
Er: „Ja, es ist toll.“
Sie schaut erwartungsvoll
Er: „Nun ist es schon unser zehntes gemeinsames Weihnachten, und da habe ich mir gedacht …“
Sie schaut noch erwartungsvoller
Er: „… und da habe ich mir gedacht, ich schenke Dir in diesem Jahr nichts, sondern spende das für Dein Geschenk vorgesehene Geld für die armen Kinder der Welt.“
Sie
Na dann: Fröhliche Weihnachten!
Fataler Fehler, oder? Keine Frage.

Und jetzt, ganz ehrlich, Hand aufs Herz: Sind Sie oder Ihr Unternehmen auch schon einmal so oder so ähnlich mit Ihren Kunden umgegangen? Kommen Ihnen folgende Sätze vielleicht bekannt vor?
„Wir verzichten in diesem Jahr auf Kundengeschenke und spenden das Geld stattdessen für
Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.“
Spenden ist wirklich eine gute Sache, anderen helfen auch. Aber: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Und was bei einer Freundschaft funktioniert, kann in einer Kundenbeziehung nicht schaden. Denn das eine (Helfen und Spenden) hat mit dem anderen (kleine Geschenke) so rein gar nichts tun. Beides ins Verhältnis zu setzen und gegeneinander aufzuwiegen setzt einen über Jahrtausende erprobten (und funktionierenden) Mechanismus des sozialen Zusammenlebens außer Kraft: Geben und Nehmen. Den Adressaten offen damit zu konfrontieren ist zudem wenig elegant (siehe oben).

Erlaubt ist meines Erachtens eine einzige Ausnahme: Der zu Beschenkende erwartet oder verlangt ausdrücklich, dass gespendet wird statt geschenkt.

Natürlich können Sie auch Nicht-Schenken – dann belassen Sie es aber bei ein paar persönlichen Weihnachtsgrüßen, ohne in diesem Zusammenhang auf Ihr karitatives Engagement hinzuweisen. Ob Ihnen der Empfänger selbiges in diesem Zusammenhang abkauft, steht ohnehin in den Sternen.

Kommentare:

  1. Viele Kunden dürfen aber keine Geschenke mehr annehmen.

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  2. ... wie gesagt: Sie dürfen auch Nicht-Schenken. Persönliche Grüße hingegen sind immer erlaubt.

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