Freitag, 2. September 2011

Können Sie zählen? Wie oft spielt sich Team Weiß den Ball zu?

Als Einstimmung auf das Wochenende habe ich ein kleines Experiment herausgesucht. Ihre Aufgabe: Zählen Sie, wie oft sich die Spielerinnen mit den weißen Shirts in diesem Video den Ball zuspielen. Aber: Erst zählen, dann nach unten scrollen!
Also, Video abspielen, los geht's ...







Jetzt dürfen Sie nach unten scrollen ...




Noch ein Stück ...



Das genügt.


  • Haben Sie richtig gezählt?
  • Ist Ihnen der schwarze Gorilla aufgefallen?
  • Haben Sie auch gesehen, dass eine Spielerin vom Team Schwarz zwischenzeitlich das Spielfeld verlassen hat?
  • Und die Veränderung der Farbe des Vorhangs im Hintergrund, haben Sie die bemerkt?


Wenn Ihnen von den letzten beiden Punkten einer oder beide nicht aufgefallen sind, ist das nicht weiter schlimm, sondern nur eine Folge der so genannten Unaufmerksamkeitsblindheit. Dieses Phänomen haben Sie sicher auch schon erlebt. Sie sind vertieft in eine bestimmte Aufgabe und merken nicht, was um Sie herum geschieht: da betreten und verlassen andere Ihr Büro, ohne dass Sie etwas davon mitbekommen. Ein Kollege, der es gut mit Ihnen meint, stellt Ihnen eine Tasse Kaffee auf den Schreibtisch. Die steht noch Stunden später unberührt da und Sie fragen sich, wie eigentlich der Kaffee dorthin kommt ...

Wie das passieren kann? Unser Gehirn hat nur eine beschränkte Verarbeitungskapazität. Schöpfen wir diese - bewusst oder unbewusst - mit einer bestimmten Aufgabe (z. B. dem Zählen der Pässe von Team Weiß) aus, sind wir blind für alle Wahrnehmungen, die außerhalb dieser bewussten Aufmerksamkeit liegen. Den Gorilla bekommen wir vielleicht noch mit, er ist auch ziemlich auffällig und drängt sich geradezu in den Mittelpunkt. Bei der Spielerin in schwarz, die unterdessen das Spielfeld verlässt, wird das schon schwieriger. Und die Farbe des Vorhangs, naja, ...

Das Phänomen wird übrigens auch "Gorillas in unserer Mitte" genannt - bei Wikipedia finden Sie nähere Informationen dazu.

Und wenn Sie Lust auf ein paar Streiche haben, die uns unsere Wahrnehmung spielt, dann schauen Sie hier in einen früheren Beitrag:
Vom Sehen, Glauben und Erwarten

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