Dienstag, 17. Januar 2012

Vier Trends in der Krisen-Kommunikation 2.0

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Kleinste, kleine, mittelgroße und große Ungereimtheiten und Affären in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zeigen es deutlich: Das Web 2.0 mit seinen sozialen Netzwerken, Blogs, Shitstorms, mit seinen extrem schnellen und noch dazu direkten Informations- und Reaktionswegen erfordert eine völlig neue Qualität der Krisen-Kommunikation. Ein Patentrezept scheint es noch nicht zu geben, die öffentlichkeitswirksamen Fälle der letzten Monate lassen allerdings Trends in der Krisen-Kommunikation 2.0 erkennen. Hier meine vier nicht ganz ernst gemeinten Favoriten:


1. Greenwashing
Der erste Tipp zur Krisen-Kommunikation 2.0 ist, in selbige gar nicht erst zu geraten. Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen: verpassen Sie sich ein grünes Image, geben Sie sich umweltfreundlich und verantwortungsbewusst. Wenn Sie beides nicht für sich in Anspruch nehmen können, kreieren Sie irgendeine Aktion, die nach Umwelt - und Ressourcenschutz aussieht.

2. Bleaching
Als Sofortmaßnahme im Krisenfall kann Bleaching helfen. Bleichen Sie Ihre Weste so lange, bis sie weißer als weiß daherkommt. Notfalls mit der chemischen Keule - Greenwashing funktioniert jetzt ohnehin nicht mehr. Wichtig: Positiv-Formulierungen wie etwa "Wir haben uns absolut richtig verhalten" wirken glaubhafter als Negativ-Formulierungen wie "Wir haben nichts falsch gemacht". Nicht nur für die eigentlichen Adressaten, Sie müssen ja auch davon überzeugt sein.

3. Clear rinsing
Drohen Kündigen Sie größtmögliche Transparenz an. Das kann keiner wollen, denn: bisher hat es so gut funktioniert - hoffentlich kommt jetzt keiner und macht mit seiner Transparenz alles kaputt. Wenn Sie dann doch Klarspülen müssen: immer schön scheibchenweise. Zuviel Wahrheit und Transparenz überfordert die Gegenseite schnell.

4. Dead man
Die ultimative Waffe in der Krise: stellen Sie sich tot. Treten Sie ab/zurück, wandern Sie aus, schließen Sie Ihr Unternehmen. Wenn Ihnen das alles zu viel Umstände macht: ignorieren Sie die Kritik einfach und tun Sie so, als ginge Sie das alles nichts an. Zeit heilt bekanntlich alle Wunden.

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