Donnerstag, 9. Februar 2012

(Nicht) nur für die Haare?

Nun ist es amtlich: Der frühere Radprofi Jan Ullrich wurde vom Internationalen Sportgericht CAS wegen Dopings schuldig gesprochen. Macht aber nichts, denn den nächsten Job hat er schon in der Tasche. Ullrich wird künftig als (Marken-)Botschafter für "Alpecin" und den Alpecin Cycling Day an den Start gehen, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung des Unternehmens Dr. Kurt Wolff. Dass es gerade die Marke ist, die mit dem Slogan "Doping für die Haare" wirbt, sorgt für allgemeines Schmunzeln und verlangt nach einer Erklärung. Jedwede Verbindung zwischen dem Markenslogan und der (Anmerkung des Autors: un-)sportlichen Vergangenheit des Ex-Profis kommentiert Wolff-Geschäftsführer Eduard Dörrenberg kurz und knapp: "Reiner Quatsch."

Wie kann man auch nur auf so eine Idee kommen, beides in Verbindung zu bringen? Naja, vielleicht deshalb, weil Alpecin irgendwann selbst angefangen hat, damit zu spielen:


Pressemitteilung

7. Dezember 2007 - Bielefeld/Zürich
Leistungssportler aufgepasst: Wieder ein Dopingfall wegen Haarausfall


Erneut Verwechselung mit dem Alpecin Coffein-Shampoo

Studien belegen seit längerem: Sportlerstress und Haarausfall stehen in einem engen Zusammenhang. Der ehemalige Weltmeister Romario aus Brasilien räumt jetzt ein, dass er durch Einnahme von verbotenen Substanzen Haarausfall vermeiden wollte. Wie dieser aktuelle Fall zeigt, wollen viele Sportler heute dem drohenden Glatzenschicksal entrinnen und greifen häufig unwissend zu Wirkstoffen, die zwar Glatzenbildung aufhalten, die aber im Sport auf der Liste verbotener Substanzen stehen. Es kommt dabei häufig zu Verwechselungen mit dem Coffein-Shampoo der Marke Alpecin, das seit Jahren mit dem Slogan "Doping für die Haare" wirbt.
"Zwar gab es in jüngster Zeit ähnliche Fälle, aber mit relativ unbekannten Sportlern", erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Eduard R. Dörrenberg von Alpecin die aktuelle Situation und fährt fort: "Jetzt müssen wir massiver aufklären. Schon damals, als viele Medien unser Shampoo in Verbindung mit der Sperrung dieser Sportler brachten, war die Verwirrung groß. Mit dem Fall Romario entsteht eine neue Brisanz; er ist der erste weltbekannte Sportler, der im Zusammenhang mit Haarausfall gesperrt wird. Wir möchten Unsicherheit bei Leistungssportlern verhindern und weisen auf die Unbedenklichkeit von Coffein hin. Auch deshalb haben wir unseren bekannten Slogan "Doping für die Haare" aufklärend ergänzt. Seit kurzem heißt dieser: "Doping für die Haare, nur für die Haare".

Coffein, dessen positive Einwirkung auf die Leistungssteigerung der Haarwurzel von deutschen Wissenschaftlern nachgewiesen wurde, steht seit Ende 2003 nicht mehr auf der Dopingliste. Coffein ist eine legale Alternative für Athleten, die Haarausfall vorbeugen wollen.

Ich warte ja nur drauf, das am Ende irgendjemand sagt:
"Ich war's nicht. Ich hab das nicht genommen. Die haben mir das Zeug heimlich ins Shampoo gemischt." ;-)

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