Manchmal fühle ich mich wie ein Hofnarr …


Ja, wie ein Hofnarr. Bei meinen Auftraggebern und für meine Trainings-Teilnehmer spiele ich nur eine temporäre Nebenrolle. Dabei sehe ich mir gegenüber oft eine sehr hohe Erwartungshaltung und ‒ wie sollte es anders sein ‒ auch die Frage nach einem entsprechenden Unterhaltungswert steht im Raum. Einem Hofnarr muss es seinerzeit wohl ähnlich gegangen sein: komm her, unterhalte uns, geh wieder. Kleiner Unterschied: Beim Trainer hätten wir dazu gern noch Erfolg und Nachhaltigkeit.

Zum Glück ist das nur die eine Seite eines Hofnarren-Daseins. Denn gegenüber anderen höfischen Bewohnern hat er ein großes Privileg: die Narrenfreiheit. Ein Hofnarr kann das tun, wofür bei anderen Köpfe rollen würden: unangenehme Wahrheiten aussprechen, (ungeschriebene) Gesetze in Frage stellen, ungewöhnliche Denkanstöße geben.

Bleibt noch die Frage von Erfolg und Nachhaltigkeit. In Trainings habe ich zwar nur eine zeitlich begrenzte Nebenrolle. Gemeinsam mit meiner Narrenfreiheit kann ich die jedoch nutzen, um Impulse zu geben. Und was passiert mit Körpern, auf die ein neuer Impuls wirkt? Sie ändern ihre Geschwindigkeit oder Ihre Richtung.

Ja, manchmal fühle ich mich wie ein Hofnarr.

Mit dieser Metapher, visualisiert auf einem Bogen Fotokarton, startete ich kürzlich in ein Präsentationstraining und forderte die Teilnehmer auf, es mir gleich zu tun:
  1. Metapher wählen: Wie fühle ich mich als Präsentator?
  2. Positive Aspekte: Was sind die positiven Seiten dieser Methaper?
  3. Kritische Aspekte: Was sind die kritischen Seiten dieser Metapher?
  4. Versöhnung: Unter welcher versöhnlichen Schlussbotschaft kann ich positive und kritische Aspekte meiner Metapher zusammenfassen?
Den Teilnehmern fiel es sichtlich leicht, die verschiedenen Aspekte ihrer Rolle zu beleuchten. Mit der versöhnlichen Schlussbotschaft war dann auch ein annehmbares Rollenverständnis hergestellt, auf das bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

Vielen Dank an Dr. Susanne Klein, aus deren Buch 50 Praxistools für Trainer, Berater, Coachs ich das Tool Metaphern für meine Arbeit entnommen habe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen