Es ist schon alles geschrieben …

Ja, ich habe es getan. Ich habe bei Blogparaden mitgemacht. Hier, weil ich die ABC-Idee toll fand und die Quelle der Inspiration nennen wollte. Hier, weil es mich gereizt hat, etwas zur Liste kreativer Berufsbezeichnungen beizutragen. Hier, weil mir jemand ein Blogstöckchen zugeworfen hat (Stöckchen ist zwar nicht gleich Parade, aber doch irgendwie ziemlich ähnlich). Nein, ich habe selbst keine Blogparade ins Leben gerufen. Dabei wird es bleiben.

Während um mich herum seit ein paar Monaten kaum ein Blog von einer Parade verschont bleibt, bin ich inzwischen (fast) immun gegen den Blogparaden-Virus. Wie gesagt: fast immun. Diese eine noch: eine #Blogparade über Blogparaden auf karrierebibel.de. Warum nur diese eine noch? Es ist mir einfach zu viel, oft zu inhaltsleer, zu eintönig.

Zu viel
Während noch vor ein, zwei Jahren eine Blogparade eine ziemlich aufwendige Sache war (oder Blogger es dafür hielten), ist sie heute ganz einfach umzusetzen: Thema ausdenken, Text schreiben, Netzwerk informieren. Das Exklusiv-Format wird zur Massenware. Zwei Blogger, ein Gedanke, eine Blogparade. Die Folge:

Zu inhaltsleer
… sind leider viele* Blogparaden. Jemand hat herausgefunden (und herausposaunt), dass sie ein tolles Marketinginstrument sind. Wenn nur Backlinks zählen, drohen inhaltlicher Anspruch, Diskussion und Kontroverse zur Nebensache zu werden. Am Ende spart sich der Blogparaden-Protagonist noch die vermutlich zeitintensivste Arbeit, die eine (weniger) gute von einer richtig guten Blogparade unterscheidet: Das abschließende Fazit, eine Zusammenfassung, das Beleuchten der Beiträge von verschiedenen Standpunkten (oder die verschiedenen Standpunkte der Beiträge) in einem gesonderten Post. Es bleibt eine Linksammlung unter dem Blogparaden-Aufruf. Viel Quantität, wenig Qualität.

Zu eintönig

… kommen dann die Beiträge daher. Solange die Beteiligung im einstelligen Bereich ist, hat man als Autor Glück und noch etwas beizutragen. Danach wird's schwieriger. Ein Grund, aber kein Hindernis: was muss, das muss. Was dann kommt, ist selten kontrovers (das geben die meisten Themen ohnehin nicht her), wenig inspirierend und oft ohne Vielfalt.

Wäre Karl Valentin heute Blogger, er würde vermutlich immer ein paar Tage warten und dann kommentieren:
"Es ist schon alles geschrieben,
               nur noch nicht von allen."


*) Es ist (natürlich) wie überall: Ausnahmen bestätigen die Regel.

1 Kommentar:

  1. Hi,
    ja es wird langsam zu viel mit den Blogparaden und jede Woche wird eine neue gestartet. Es wurden schon alle Themen mehrmals diskutiert und man hat kaum noch was zu schreiben. Aber hin und wieder sind Blogparaden sehr gut, um sich auszutauschen und sich gegenseitig zu vernetzen. Und klar ist, dass nicht jede Parade bei den Bloggenden ankommt. Daher hat man immer die Qual der Wahl.

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