Keep calm and deck the halls

Da liegt er nun, der Stapel Weihnachtskarten. Fertig geschrieben, adressiert, frankiert. Die kleinen Präsente für Kunden sind letzte Woche schon raus. Die Karten stecke ich am Montag in den Briefkasten. Zweifel bleiben: Wie werden sie, im übertragenen Sinne, beim Empfänger ankommen? Denn der scheint mittlerweile ziemlich verwöhnt …

Das Internet ist voll von Ratschlägen rund um das Thema Weihnachtspost. Ich habe hier Tipps gegeben, aber auch anderswo finden Sie gute Ratschläge: Bei PR-Doktor Kerstin Hoffmann, in der Serie Feinfühligkeiten bei  Respektspezialistin Bettina Schöbitz (hier schreibt Andrea Stanke), auf business-netz.com oder in der Karrierebibel.

Geschrieben, gebastelt, gezeichnet

Der Tenor: respektvoll und wertschätzend sollen Weihnachtsgrüße sein. Und individuell. Dank Social Media scheint das Ganze jetzt noch eine gewisse Eigendynamik zu bekommen. Da werden Weihnachtsgrüße gepostet, einer schöner als der andere. Selbst geschrieben, gebastelt, gezeichnet.

Da kann ich nicht mithalten. Meine Handschrift am Flipchart bekäme vermutlich das Prädikat "geht grad noch" bis "lesbar", eine handgeschriebene Weihnachtskarte möchte ich jedoch niemandem zumuten. Und das mit dem Zeichnen lass ich auch lieber. Nicht obwohl, sondern weil ich dem Empfänger Wertschätzung entgegenbringen möchte. Das muss zum Thema Weihnachtspost ja auch mal gesagt werden.

Intuition und Wertschätzung

Genau wie das, was mein geschätzter Kollege Christian Müller über die Bedeutung von Intuition und Wertschätzung bei der Formulierung von Weihnachtsgrüßen schreibt. Und er hat recht. Zumindest aus der Sicht des Empfängers. Dem Sender wird aus meiner Sicht mittlerweile eine ziemliche Last aufgebürdet: die Befindlichkeiten aller Empfänger kennen, die "richtige" Intuition haben, den individuell passenden Ton aber dabei ja kein Fettnäpfchen treffen. Das fällt mitunter schon im Familien- und Freundeskreis schwer. Und bei Kunden, Geschäfts- und Netzwerkpartnern, die man deutlich weniger gut kennt? Eine echte Gratwanderung, scheint mir.

Auch der Empfänger macht die Botschaft


Kommunikation ist (auch), was der Empfänger aus der Botschaft macht. Der Sender kann nicht immer wissen, wo der Schuh gerade wie stark drückt und warum. Vielleicht macht er sich darüber auch gar keine Gedanken, weil er einfach nur frohe, erholsame, gesegnete, fröhliche Weihnachten wünschen möchte. Die (Be-)Wertung dieser Grüße, ob überhaupt eine stattfindet, liegt ganz beim Empfänger. Er kann entscheiden, ob und was er dem Sender unterstellt.

Ich für meinen Teil habe mich für die Positivunterstellung entschieden: Da wünscht mir jemand frohe Weihnachten. Nach bestem Wissen und Gewissen und mit den Möglichkeiten, die er hat.

Danke dafür!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen
eine nicht zu hektische Vorweihnachtszeit,
frohe Weihnachten und
einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Und sollten Sie doch das Gefühl haben, dass ein Weihnachtsgruß etwas oder so richtig daneben gegangen ist, habe ich einen Tipp für Sie.

Mit einem ;-)

Ein kleiner Nachtrag:
Wenn Sie sich für meine Weihnachtsgrüße bedanken wollen, können Sie das gern tun: per Telefon, E-Mail, Karte … wie auch immer. Bitte nicht per Kommentarfunktion hier, mit dieser Intention hatte ich den Beitrag nicht geschrieben. Ansonsten sind Kommentare natürlich herzlich willkommen.


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