Dienstag, 26. August 2014

Cliffhanger: Wenn's am schlimmsten ist, soll man aufhören

"Das üben wir jetzt solange, bis es klappt." Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie diesen Satz, wahlweise in der Du- oder Ich-Form, schon von anderen gehört, selbst anderen gesagt oder sich damit angetrieben? Oft genug, vermute ich. Schließlich fühlt man sich besser, wenn man etwas positiv abschließen kann. Heißt sich besser zu fühlen aber zwangsläufig besser zu lernen? Nein!

Eine Übungssequenz mit einem Erfolg zu beenden bedeutet auch einen gedanklichen Abschluss: Schluss für jetzt, heute, diese Woche. Bewusst machen Sie einen Haken an diese Aufgabe, den auch Ihr Unterbewusstsein akzeptiert und die gedankliche Schublade schließt. Satt und zufrieden.

Gerade, wenn Sie etwas Neues lernen, kann jedoch der Misserfolg eine wichtige Hilfe sein. Der dann wirkende Zeigarnik-Effekt, der darin besteht, dass wir uns an nicht abgeschlossene Aufgaben besser und nachhaltiger erinnern als an abgeschlossene, lässt den Misserfolg am Ende einer Übungssequenz zum Cliffhanger werden. Er sorgt dafür, dass die gedankliche Schublade offen und Ihre Aufmerksamkeit bei der Aufgabenstellung bleibt. Salopp formuliert: Das Unterbewusstsein übt noch ein bisschen weiter.

Wenn Ihnen also etwas partout nicht gelingen will, üben Sie nicht auf Teufel komm raus. Beenden Sie eine Trainings- oder Übungssequenz nach ein paar Fehlversuchen mal so richtig unzufrieden. Es wird Ihrem Lernprozess nicht schaden. Vielleicht hilft es sogar.

Was man mit dem Zeigarnik-Effekt auch anstellen kann, lesen Sie in einem früheren Blogbeitrag: Vorsicht, Schublade!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen