Dienstag, 15. Dezember 2015

Weihnachtsgrüße: Statt Karten heißt es "Mut zur Lücke"


"Schreibt ihr eigentlich Weihnachtsgrüße an eure Kunden und Geschäftspartner?", fragte PR-Doktor Kerstin Hoffmann kürzlich in einem Post auf Facebook. Die Antworten aus ihrem Netzwerk spiegelten eine Palette der Möglichkeiten: Von "Nein, noch nie." über "Ich antworte jedem, der mir eine Karte schickt." bis hin zu "Jeder bekommt von mir eine individuelle Karte, handgeschrieben." war eine ganze Menge dabei.

Mir ist es jedes Jahr ein Bedürfnis, Kunden, Partnern, Netzwerkern und Freunden einen Weihnachtsgruß zukommen zu lassen. Nicht, weil mir sonst Aufträge oder Kunden durch die Lappen gehen könnten. Sondern weil ich es einfach nett finde. In diesem Jahr allerdings …, in diesem Jahr ist es anders. Keine Karten. Keine Geschenke. Mut zur Lücke.

Aber geht das? Von 100 auf Null, einfach so? Was werden die denken, die ich bisher mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht habe? Vielleicht sind sie schon neugierig, was es wohl dieses Jahr sein wird. Vielleicht warten sie schon auf Post von mir? Ich könnte jetzt einfach schreiben:
"Ich verzichte in diesem Jahr auf Karten und Geschenke und spende den dafür vorgesehenen Betrag für …"
Aber ich spende schon das ganze Jahr über. Und ich habe hier bereits beschrieben, dass für mich das eine mit dem anderen nichts tun hat. Ich empfinde es auch als nicht besonders elegant, einem Kunden oder Geschäftspartner gegenüber das eine mit dem anderen aufzuwiegen.

Nun wissen Sie aber immer noch nicht … also, die wahre Geschichte:

Alles in allem war ich in diesem Jahr zeitig dran mit meinen Weihnachtsgrüßen und dem ganzen Drumherum. Ein Teil des Motivs für die Weihnachtskarte war schon vor einem Jahr im Kasten, der Rest folgte bis zum Sommer. Im Oktober waren die Karten fertig gestaltet und konnten in Druck gehen. Die Zutaten für die kleine Aufmerksamkeit für Kunden und Geschäftspartner entstanden ebenfalls im Laufe des zurückliegenden Jahres, das Endprodukt wurde pünktlich im Oktober geliefert. Umschläge, Verpackung, Versandkartons, Briefmarken – alles da und fertig. Was jetzt noch nötig war, war einfach ein wenig Fleißarbeit: In jede Karte per Hand noch ein paar persönliche Zeilen, unterschreiben …

Nun liegt alles hier und ich komme nicht weiter. Eine "Fraktur Grundglied Ringfinger rechts" (inzwischen dreifach verschraubt) kam dazwischen. Nun kann ich den Freiraum für die persönlichen Zeilen nicht füllen. Nicht mal die Unterschrift bekäme ich ordentlich hin. An eine lesbare handgeschriebene Adresse auf einem Kuvert ist auch nicht zu denken. Und diese Zeilen hier kann ich nur schreiben, weil ich inzwischen die Gipsschiene los bin. Und Tippen einfach einfacher geht.

Also, liebe Kunden, Geschäftspartner, Netzwerker, Freunde: Individuelle Weihnachtsgrüße auf dem Postweg gibt's von mir in diesem Jahr nicht.

Die Karten kommen zum Weihnachtsfest 2016. Vielleicht erinnern Sie sich dann noch an diesen Beitrag … ;-)

Bleibt mir an dieser Stelle nur die Option für virtuelle Grüße.

Kommentare:

  1. Lieber Heiko, da bleibt mir nur eins: Herzlich gute Besserung zu wünschen und immer eine helfende Hand, wenn etwas zwei gesunde Hände erfordert.
    Ich wünsche dir einen schönen 4. Advent
    Manfred

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    1. Vielen Dank, Manfred! Zumindest grobmotorisch und mit geringem Krafteinsatz ist die Rechte inzwischen wieder zu gebrauchen. Alles weitere wird vor allem eins brauchen: Geduld ...

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