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Zwischenruf: Mit manchem "leider" kann ich leider nichts anfangen

Der Impuls zu diesem Blogpost bringt es nur zu einem kurzen Zwischenruf. Er gibt nicht mehr her als ein paar Zeilen. Leider. Womit ich auch schon beim Thema bin. "Vielen Dank für Ihr detailliertes Angebot, leider haben wir uns für einen anderen Anbieter entschieden." Oder: "Sie haben recht, leider haben bei uns derzeit andere Dinge Priorität."

Leider kann ich mit diesem "leider" nichts anfangen.

Natürlich kann nicht jeder den Auftrag bekommen. Natürlich kann bei Ihnen nicht immer das oberste Priorität haben, was andere für wichtig erachten und Ihnen anbieten. Es würde weiterhelfen, wenn die Anbieter erfahren, was Ihre Entscheidungsgründe sind. Vielleicht können die ja beim nächsten Mal etwas anders oder besser machen. Vielleicht können die Ihre Entscheidungsgründe einfach nachvollziehen. Und wenn Sie Ihre Gründe nicht mitteilen, wird man auch damit leben können.

Aber dieses "leider" ist nicht mehr als ein großes Fragezeichen. Ein bisschen sprachlicher Weichspüler, weil sich die gefühlt harte Absage dann irgendwie besser anfühlt. Für den Absender, nicht für den Empfänger.

Wenn Sie es bedauern, dass Sie sich für einen anderen Anbieter entschieden haben: Warum treffen Sie nicht eine Entscheidung, die Sie nicht bedauern müssen?

Wenn Sie es bedauern, dass bei Ihnen andere Dinge Priorität haben: Warum setzen Sie Prioritäten nicht so, dass Sie das nicht bedauern müssen?

Oder Sie lassen das leidige "leider" einfach weg.

Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen.

Leider … ;-)

Kommentare

  1. Lieber Heiko,

    ganz richtig, sehe ich genauso. Eines der vielen politisch ach so korrekten und so ungemein leeren Worthülsen, die sicher in den wenigsten Fällen bewusst durchdacht bzw. platziert sind. Und dann kann mans - in der Tat! - auch lassen. Entweder verlogen, weils dem Absender nicht leid tut. Oder ne unnötige Watteschicht um ne klare Aussage.

    Ich bin auch - als sprachverliebte Germanistin und Autorin :-) - eine leidenschaftliche drauf-aufmerksam-Macherin. Leut, geht bewusster mit Eurer Sprache um. Weils die Kommunikation einfacher, weil klarer und eindeutiger, unmissverständlicher macht. Und weil Ihr Euch sonst lästige Kommentare von den Heiko Steins und Bettina Stackelbergs dieser Welt einhandelt! :-)

    Herzlichst, Bettina Stackelberg

    P.S. Noch so n Begriff - den hat mir mein Deutschlehrer im Gymnasium schon um die Ohren gehauen, wenn ich ihn benutzt habe: "eigentlich". Uaaah, ich seh noch die steile rote Schrift unter Aufsätzen: "Was heisst hier eigentlich? Entscheide Dich! Entweder Du tust mir gerne den GEfallen oder nicht. Aber ein "eigentlich tät ich dir gerne, aber ...." ist Gelabere!"
    O-Ton H.Sinner :-)

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    1. Eigentlich müsste ich zu jedem unpassenden "leider" den Link zu diesem Artikel schicken ... ;-)

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  2. Wortspiel: "Leider" habe Sie recht ...
    VG

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    1. Ich möchte hier niemandem etwas unterstellen ... ;-)

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  3. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. ... Leider ;-))

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    1. Und grad heute flattert mir in einer anderen Sache wieder so ein "Leider"-Briefchen ins Haus. Und leider auch noch in doppelter Ausführung.

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