Rot oder grün: Was Ihre Messe-Aktivitäts-Kurve über Ihren Messe-Erfolg sagt


Eine Woche bis zur Messe. Ein ordentlicher Standplatz ist gebucht, die Hotelzimmer sind reserviert, das Standpersonal ist eingeteilt. Scheint alles in geregelten Bahnen zu laufen. Endlich mal eine Messe ganz ohne Stress. Bis jemand fragt: "Wo sind eigentlich unsere Roll-Ups?" Die etwas verwunderte Antwort kommt prompt: "Die habe ich nach dem letzten Mal gleich entsorgen lassen. Wir waren uns doch alle einig, dass wir mal was Neues brauchen." Das "Hat sich etwa niemand darum gekümmert?" spricht zwar keiner aus, dennoch steht es mitten im Raum. Unsichtbar, aber es steht. Noch eine Woche bis zur Messe. Das ist zu schaffen.

Das Aktivitätslevel schießt binnen Minuten von "normal" auf "Aktionismus". Sondermeeting um 16 Uhr. Zum Glück haben die Werbeleute noch eine Kampagne in der Schublade. "Flyer und Prospekte sind in abgespeckter Form rechtzeitig da, wenn wir inhaltlich keine Änderungen mehr vornehmen." Muss aber sein. "Die müssen morgen in Druck gehen!" Bekommen wir hin. Mit den neuen Roll-Ups wird es richtig eng. "Die könnten wir per Express direkt zur Messe liefern lassen, 9 Uhr am ersten Messetag." Na also, geht doch. Bekommt halt jeder noch ein bisschen was auf sein Arbeitspensum drauf gepackt. Doch wie immer vor der Messe.

Ein Tag bis zur Messe. Die Nerven liegen blank. Das Standpersonal sitzt auf gepackten Koffern − und kann nicht los, weil der Paketdienst mit den neuen Prospekten und Flyern noch nicht da ist. Kann sich nur noch um Stunden handeln. Da ist er. Alles gut. Fast alles.

Eine Stunde vor Messebeginn. Durchsage vom Infopoint, an dem ein Expresskurier mit den neuen Roll-Ups wartet. Dem Standpersonal, allesamt Vollblutverkäufer, ist die Erleichterung im Gesicht anzusehen. Lockeres Abklatschen, als die tollen neuen Roll-Ups stehen. "Ich hab' doch gesagt, dass wir das hinbekommen", strahlt der Verkaufsleiter.

Messetag, irgendwann zwischen 10 und 17 Uhr. Alle sind relaxed. Die Spannung der letzten Tage ist gewichen. Die Lockerheit bei Kaffee, Saft und Schnittchen haben sie sich wirklich verdient, finden sie. Heute Abend noch ein nettes gemeinsames Abendessen darauf, das sie so ein tolles Team sind. Und nach all dem Stress lassen sie's die Tage nach der Messe mal etwas ruhiger angehen…

So (oder zumindest so ähnlich) sieht gelegentlich der Messealltag in Unternehmen aus. Fragt man später nach einem Fazit, bekommt man etwa solch eine Antwort: "Extra für die Messe haben wir komplett neues Werbematerial erstellt. War etwas stressig, hat aber letztlich alles noch rechtzeitig geklappt. Unser neuer Messestand kam auch super bei unseren Besuchern an. Das Standpersonal war locker drauf und wir hatten viele gute Gespräche. Nur in Aufträgen ist so gut wie nichts rumgekommen. Können wir uns gar nicht erklären."



Mit einem Blick auf die rote Messe-Aktivitäts-Kurve kann man das schon:
Der (selbst organisierte) Stress vor der Messe und der damit verbundene Aktionismus bringt alle an ihre emotionale Belastungsgrenze. Schließlich kostet so eine Messe einiges an Budget, bindet zeitliche und personelle Ressourcen. Es wäre eine Katastrophe, wenn das durch schlampige Vorarbeit wertlos wäre. Wen wundert's, dass sich das Standpersonal ein wenig zurücklehnt, als dann doch alles gut geht. Eine toller neuer Messestand, Besucher, gute Gespräche … alles super. Eben: Bis auf die Verkaufszahlen.

Zwei Fragen bringen ziemlich schnell Licht ins Dunkel:
  1. Wie viele Verkaufsabschlüsse haben Sie direkt auf der Messe gemacht?
  2. Wie lange haben Sie gebraucht, um alle erfolgversprechenden Messekontakte nachzubearbeiten?
Ja, Sie sollten eine Messe langfristig und gezielt vorbereiten, um nicht ein paar Tage vor Ultimo in Stress und Aktionismus zu verfallen. Ja, Ihr Standpersonal sollte am Messetag ein hohes Aktivitätslevel haben und aktiv auf Standbesucher zugehen. Nein, die Tage nach der Messe sind nicht zum Relaxen da. Halten Sie Ihr Aktivitätslevel weiterhin hoch (grüne Kurve) und die erfolgversprechenden Messekontakte warm. Bleiben Sie dran und mit Ihren Standbesuchern zeitnah nach der Messe im Gespräch. Wenn Sie es nicht tun, tut es Ihr Messenachbar.

Und für Sie bleiben dann nur die guten Gespräche … ;-)

Foto: Pixabay.com

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