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Zukunft Print: Das Sommerloch fällt heuer aus ...

Die gute Nachricht: Das Sommerloch fällt heuer aus. Zumindest innerhalb der Zeitungsverlage, so scheint mir. Ob das Auswirkungen auf Inhalte und damit auf Leser und/oder Abonnenten der täglich erscheinenden Printmedien hat, bleibt abzuwarten. Zumindest beschäftigt sich die Branche intensiv mit sich und der Zukunft ihrer Medien – was grundsätzlich nicht schaden kann. Der Blick nach vorn bleibt dennoch ein Blick in die Glaskugel ... nur von verschiedenen Seiten.


„Um es deutlich zu sagen: Die Zeitung hat eine Zukunft auch ohne Papier“, schreibt Prof. Ernst Elitz, der an der FU Berlin Kultur– und Medienmanagement lehrt, in seinem Beitrag „Jenseits der Schwarmintelligenz – Journalismus mit offenem Visier“ im Tagesspiegel.
„Es kommt darauf an, ob verlässlich recherchiert, spannend geschrieben, verständlich erklärt und der Kundschaft geholfen wird, sich ohne Voreingenommenheit eine Meinung zu bilden …“, heißt es da. Stimmt.
Jenseits der Schwarmintelligenz – Journalismus mit offenem Visier, Der Tagesspiegel, 7. Juni 2011

Später folgte die Süddeutsche Zeitung, die ihren Beitrag Mitte Juni mit „Krise der Regionalpresse – Chronische Schwindsucht“ überschrieb. „Zeitungen veranstalten Fahrradtouren für Abonnenten und betreiben mit großem Aufwand Heimatpflege. Nie wurden Leser mit solchem Aufwand bedient - und nie brachte das so wenig“, schreibt Autor Sebastian Beck in der Einleitung zu seinem Beitrag.
Krise der Regionalpresse – Chronische Schwindsucht, sueddeutsche.de, 13. Juni 2011

Als hätte man nicht schon genug um die Ohren, platzt auch noch die Tagesschau mit ihrer kostenlosen App dazwischen. Die Reaktion der Verleger lässt nicht lange auf sich warten: Acht Verlage klagen gegen die „textdominante Berichterstattung … ohne jeglichen Sendungsbezug“ (BDZV intern, 24. Juni 2011).

Dass dieses Echo in den Printmedien mitverantwortlich für den Erfolg der Tagesschau-App ist – fast 1,9 Millionen Mal ist sie inzwischen heruntergeladen worden – kann vermutet werden. Dennoch ist man beim BDZV überzeugt: „Local Heroes schlagen global Player“ (BDZV intern, 21. Juni 2011).

Auch den Verband der Deutschen Lokalzeitungen beschäftigt die Zukunft seiner Mitglieder. Auf dem Kongress Deutscher Lokalzeitungen bescheinigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Zeitungen, „systemrelevant“ zu sein. Im Medienpolitischen Forum „Zeitung 21“ betonte er, dass „Bürgerbeteiligung nur funktioniere, wenn die Menschen auf den Informationsgehalt einer freien, professionellen Presse zurückgreifen können.“
Mehr zum Kongress Deutscher Lokalzeitungen

Das Fachmedium absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing widmet sich der regionalen Medienlandschaft in seiner Juli-Ausgabe. Im Beitrag „Special-Interest für die Region“ nimmt man „Kundenmagazine für Metzger, eine Abi-Zeitung im Lokalblatt und Gedrucktes für die heimische Wirtschaft“ unter die Lupe. „Medien entdecken spannende Nischen. Und Digitales drängt weiter voran: Die Werbung macht mobil.“ Lesenswert für alle, die sich mit Verlagsmarketing befassen, für Nicht-Abonnenten als Einzel-Beitrag erhältlich.


Lassen Sie mich noch einmal Prof. Ernst Elitz (s.o., Tagessspiegel) zitieren: „Es kommt darauf an, ob verlässlich recherchiert, spannend geschrieben, verständlich erklärt und der Kundschaft geholfen wird, sich ohne Voreingenommenheit eine Meinung zu bilden.“

Treffender kann man es kaum formulieren.

Gut ausgebildete Journalisten sind der Schlüssel dafür und damit der Schlüssel für eine gut gemachte Zeitung. Dazu passt dieser Link:
Offener Brief von Nachwuchsjournalisten an die deutschen Zeitungsverleger

Abschließend stolpere ich noch über ein Interview des Provocateur - Was Männer bewegt mit Amir Kassaei, Kreativchef der Werbeagentur DDB, der die Zukunft der Printmedien aus einer anderen Perspektie betrachtet: "Eine moderne Medienmarke ist etwas anderes, als die Verlage denken, nämlich Printausgabe plus Online-Verlängerung. Ich glaube, das wird es nicht mehr geben. Print wird existieren, aber als Nischenprodukt. Das ist dann ein Liebhaberobjekt. Aber als Werbeträgermedium funktioniert das definitiv nicht mehr." Was er noch von Print hält lesen Sie in
The Real Mad Men in Provocateur - Was Männer bewegt

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