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Schulung, Training, Workshop, Coaching: Was ist was … und wofür?


Das Angebot an Möglichkeiten der Personalentwicklung ist breit gefächert, fast unüberschaubar. Gut, wer da noch durchblickt und weiß, was er will und braucht. Dass das mittlerweile nicht mehr ganz so einfach ist, merkt man schon an der Bezeichnung zahlreicher Veranstaltungen: Schulung, Training, Seminar, Workshop, Coaching … was ist was? Und was das Richtige für Sie? (M)Eine Begriffsklärung:

Schulung

Die Schulung ist der Klassiker der Personalentwicklung, sozusagen der Frontalunterricht im Arbeitsleben. Hier werden standardisierte Basis-Kenntnisse und -Fähigkeiten vermittelt. Der aktive Anteil des Schulungsleiters ist entsprechend hoch. Die Aktivität der Schüler hat eher übenden Charakter - sie wenden an, was sie vorher gelernt haben, oft 1:1.

Vorteil: schnelle Vermittlung standardisierter Inhalte, große Teilnehmerzahl mgl., geringe Kosten pro Teilnehmer
Nachteil: wenig Freiraum für Teilnehmer, geringe Variabilität des Schulungsablaufs bzw. der Inhalte
Beispiele: Schulung zur Einführung neuer Software, Schulung zur Vermittlung geänderter rechtl. Rahmenbedingungen

Seminar oder Training

Die Begriffe Seminar und Training werden häufig synonym verwendet, auch wenn mancher hier eine Abstufung vornimmt. Im normalen Sprachgebrauch wird eher der Begriff Seminar verwendet, Training ist umgangssprachlich für den sportlichen Bereich reserviert. Wer Abstufungen vornimmt, tut dies vor allem hinsichtlich der Aktivität der Teilnehmer, die beim Training höher ist. Auch im Bereich von Inhouse-Veranstaltungen wird häufiger von Trainings gesprochen. Ich habe mich dafür entschieden, beide Begriffe nahezu synonym zu verwenden und eher den Begriff Seminar Training zu nutzen. Das klappt aber auch nicht immer …

Seminar/Training, offen oder extern

Offene Trainings haben ein vorgegebenes Thema, sind hinsichtlich Zeit und Ort festgelegt und können sich an eine bestimmte Zielgruppe richten. Innerhalb dieser Zielgruppe sind sie für jeden zugänglich, Einzelanmeldungen sind möglich. Die Inhalte sind auf das Thema bezogen standardisiert, die Aktivität der Teilnehmer ist deutlich höher als bei der Schulung, vermittelte Kenntnisse und Fähigkeiten werden von den Teilnehmern praktisch geübt.

Eine Anpassung an unternehmensspezifische Besonderheiten kann während des Trainings oft ausschließlich in Eigeninitiative der Teilnehmer bzw. in geringem zeitlichem Umfang vorgenommen werden. Dafür sorgt der Austausch mit Teilnehmern unterschiedlicher Branchen/Unternehmen für eine deutliche Horizonterweiterung. Der viel beschworene Blick über den Tellerrand ist in dieser Trainingsform inklusive.

Vorteil: Einzelanmeldungen möglich, kein Vorbereitungsaufwand für Unternehmen
Nachteil: Verantwortung für unternehmens-/branchenspezifische/individuelle Anpassung der Inhalte liegt beim Teilnehmer, schwierigerer Praxistransfer
Beispiele: Basis-Trainings Verkaufen, Trainings für Nachwuchs-/Jungführungskräfte, Konfliktmanagement

Seminar/Training, inhouse, intern oder geschlossen

Inhouse-Trainings orientieren sich oft an den Themengebieten der offenen Trainings, die dann ausschließlich einem begrenzten Teilnehmerkreis, etwa den Mitarbeitern eines Unternehmens, einer Abteilung oder eines Teams zugänglich gemacht werden (sie müssen jedoch nicht zwangsläufig im Unternehmen stattfinden). Die ursprünglich standardisierten Trainingsinhalte werden an den Bedarf, die Zielstellung und die Ressourcen des Auftragsgebers angepasst. Der aktive Part des Trainers im Vorfeld des Seminars steigt durch Bedarfserfassung und Trainingsanpassung deutlich. In der Durchführung liegt das Hauptaugenmerk auf der unternehmensspezifischen bzw. individuellen Erarbeitung bzw. Vermittlung der Inhalte.

Ein Sonderfall der Inhouse-Trainings sind konzeptionelle Seminare. Hier ist die Aufgabenstellung des Auftraggebers so spezifisch, dass das Training vollständig neu und individuell konzipiert werden muss. Schwerpunkt der Trainerarbeit liegt in der Bedarfserfassung und Konzeptionsphase.

Vorteil: Verantwortung für unternehmensspezifische Anpassung liegt beim Trainer und ist vertraglich vereinbart, kostengünstig bei ca. 5 und mehr Teilnehmern, hohe Effektivität, sehr guter Praxistransfer möglich
Nachteil: höherer Vorbereitungsaufwand, kostenintensiv bei weniger als 5 Teilnehmern, optimale TN-Zahl zwischen 8 und 12
Beispiele: Reklamationsmanagement, Messetraining, Kundenbeziehungsmanagement, Verkaufs- und Verhandlungstraining

Workshop

Nicht Wissensvermittlung und das Erlernen oder Üben von Fähig- und Fertigkeiten sind Bestandteil eines Workshops. Beim Workshop geht es um die Schaffung von Neuem, Impulse für weitere Entwicklung, neue/alternative Lösungen von Problemen und Aufgaben, Erfahrungsaustausch. Innerhalb dieses Spielraums ist der Workshop ergebnisoffen.

Die Aktivität und Interaktion der Teilnehmer ist bestimmender Bestandteil des Workshops. Der Trainer ist Moderator, der lenkt, leitet, bestenfalls Impulse gibt. Je nach Aufgabenstellung kann das Teilnehmerfeld sehr heterogen sein, unter Umständen auch vor dem Workshop nichts mit dem zu lösenden Problem zu tun haben.

Vorteil: kreative Arbeitsweise, ergebnisoffen innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen, interaktiv
Nachteil: hoher Vor- und Nachbereitungsaufwand für gelingenden Praxistransfer der Ergebnisse
Beispiele: Workshop zur Entwicklung eines Leitbilds, Workshop Produktentwicklung, Workshop zur Entwicklung einer Verkaufsargumentation für eine neue Produktgruppe

Coaching

Coaching ist die individuelle Form der Personal- bzw. Persönlichkeitsentwicklung. Die zu coachende Person (Coachee)  bzw. der Auftraggeber bestimmen das Ziel, Zeit, Ort und Dauer der Maßnahmen. Der Coach begleitet lösungs- und zielorientiert, gibt Feedback und Hilfe zur Selbsthilfe, ohne im Aufgabenbereich des Coachees selbst aktiv tätig zu werden.

Vorteil: sehr individuell, lösungs-/ziel- und praxisortientiert, hohe Akzeptanz beim Coachee
Nachteil: rel. hoher Kostenaufwand, bis auf Ausnahmen (Kurzzeitcoaching) eher langfristig orientiert
Beispiele: Präsentations- und Vortragscoaching, Verkäufercoaching im Begleitbesuch, Verhandlungscoaching, Kompetenzcoaching mit dem Reflector Big Five Personality

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