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Grüner Tisch, Lange Bank: Zeitlose Einrichtung für jedes Büro

Durch meine bisherige Tätigkeit, ob als Angestellter oder Freiberufler, konnte ich zahlreiche Blicke in die verschiedensten Büros werfen. Einfach und spartanisch eingerichtete waren genauso dabei wie protzig pompöse Räumlichkeiten. Ob mittelgrauer Kunststoff, Esche Furnier oder Eiche Rustikal – es gibt einige Einrichtungsgegenstände, die sind in beinahe jedem Bürotyp zu finden*, unabhängig ob Angestellter, mittleres oder Top-Management. Kommen Sie einfach mit auf meinen nicht ganz ernst gemeinten Rundgang und entdecken Sie acht praktische Dinge, die in jedes Büro gehören.

Die Offene Tür

Die Offene Tür erlebte einen wahren Boom. Kaum ein Büro kommt heute ohne sie aus. Dabei unterliegt sie häufig einem grundlegenden Missverständnis: "Wenn Sie mal nicht mehr weiterkommen: unsere Türen stehen hier jederzeit offen", bedeutet nicht grundsätzlich, dass Sie nun mit Ihren Fragen und Problemen ständig den Chefs und Kollegen auf den Senkel gehen sollen. Je häufiger und nachdrücklicher dieser Satz fällt, umso mehr sollten Sie sich über eine andere Bedeutung im Klaren sein: "Machen Sie Ihren Job ordentlich. Wir haben Sie hier alle im Auge."

Die Lange Bank
Die Lange Bank befindet sich vorzugsweise an einer Wandseite des Büroraums und ist an der Vielzahl der auf ihr abgelegten Korrespondenz, Fachzeitschriften, Ordner, Akten, Memos, Protokolle, To do-Listen, offenen Rechnungen, Mahnungen, Oster - und Weihnachtskarten zu erkennen. In modernen Unternehmen musste die physische einer virtuellen Variante weichen, in höheren Etagen wird sie zunehmend ins Vorzimmer ausgelagert. Die Lange Bank hat die Funktion einer biologischen Lösung: Durch Nachschieben erledigen bestimmte unliebsame Aufgaben dadurch, dass sie irgendwann am anderen Ende herunterfallen. Hin und wieder kommt es vor, dass sich auf der Langen Bank Herausforderungen befinden, die plötzlich keinen Aufschub mehr dulden. Diese Fälle landen auf einem weiteren Möbelstück:

Der Grüne Tisch
Ein Grüner Tisch ist vom Äußeren her praktisch nicht als solcher zu erkennen. Wie ein Chamäleon kann er nahezu jede erdenkliche Farbe annehmen und sich damit optisch perfekt seiner Umgebung anpassen. Dass ihm jeder praktische Bezug zum Umfeld fehlt, ist kein Manko, sondern zeichnet ihn als Grünen Tisch geradezu aus. Genauso wie der Eigenschaft, dass an ihm weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

Die Heiße Nadel
Bei der Umsetzung der unter Zeitdruck getroffenen Entscheidung kommt die Heiße Nadel zum Einsatz. Sie ist das Werkzeug der Wahl zum Stricken von Projekt- und Maßnahmeplänen, To do- und Prioritätenlisten. Sollten Sie hier versehentlich eine Masche fallen lassen oder gar ganz den Faden verlieren, hilft …

Die Reißleine
Ziehen Sie die Reißleine, wenn der Laden außer Kontrolle zu geraten droht. "Stopp!" für alle. Praktisch für Sie, wenn Sie sich vorher einen Sündenbock für das ganze Chaos gesucht haben.

Der Sündenbock

… ist vorzugweise jemand, der ohnehin nicht das beste Ansehen genießt. Damit die Sündenbock-Taktik nicht zu offensichtlich ist, sollte der Hinweis im eilig einberufenen Meeting subtil erfolgen: "Herr/Frau [hier den Namen des Sündenbocks einsetzen], ich hatte gedacht, dass wir das Projekt mit Ihrer Idee noch retten können. Der Versuch war es wert." Die Bedeutung des Sündenbocks nimmt mit der Häufigkeit des Ziehens der Reißleine zu, weil irgendwann mal jemand auf den nächsten Einrichtungsgegenstand muss.

Der Schleudersitz

Der Schleudersitz ist das einzige Equipment, bei dem deutliche Ausstattungsunterschiede zu erkennen sind. Die Standardversion für Sachbearbeiter und mittleres Management ist kompakt, überwiegend fremd- und ferngesteuert. Die Auslösung erfolgt überraschend, die Landung kommt unsanft. Ein Schleudersitz im Top-Management kommt wegen der finanziellen Polsterung schon rein äußerlich beeindruckender daher und verfügt über einige angenehme Extras wie den "Im Einvernehmen-" und "Weiche Landung-Modus" in Aufsichts-, Bei- oder sonstigen Räten. Im Gegensatz zur Standardversion, die bürogebunden zum Einsatz kommt, ist der Schleudersitz im Top-Management ausschließlich personengebunden erhältlich.

Die Kram-Ecke

Im Zuge einer zunehmenden Standardisierung von Büroräumen und der Einrichtung von Großraumbüros mit flexiblen Arbeitsplätzen und optimierten Prozessen droht ein Einrichtungsgegenstand leider vollständig von der Bildfläche zu verschwinden: die Kram-Ecke. In ihr war bislang Platz für überraschende Ansätze, unausgereifte Ideen, kreatives Denken, Irrungen, Wirrungen und für den Blick über den eigenen Tellerrand. Raum findet die Kram-Ecke heute häufig nur noch in den Köpfen der Menschen.

*Sie wissen schon: Alle Einrichtungsgegenstände sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit Ihnen bekannten Büroräumen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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*Vorab:

Die Auswahl der Fragen ist rein subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich gehe auch nicht auf Fragetechniken im Allgemeinen ein (dazu finden Sie hier etwas). Die Reihenfolge der Aufzählung sagt nichts über die Wertigkeit der Fragen. Manche Fragen sind universell einsetzbar, andere nur in bestimmten Situationen und bei bestimmten Gesprächspartnern. Lernen Sie die Fragen nicht auswendig, "übersetzen" Sie sie in Ihren Sprachgebrauch. Nutzen Sie sie oder nicht ‒ die Entscheidung liegt allein bei Ihnen. Die Verantwortung ebenfalls.

Frage 1: 
Wer bin ich?
Die erste Frage ist gleich die erste Ausnahme…

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