Mittwoch, 7. September 2011

Warum lesen Sie eigentlich schon wieder meinen Blog?

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten – also unterschreiben würde ich das nicht. Manche Frage kommt schon ziemlich dumm ungeschickt daher. Und provoziert – genau: eine dumme Antwort. Dabei war die Frage vielleicht gar nicht so dumm: War es einfach die richtige Frage zur falschen Zeit? Oder die falsch gestellte Frage zur richtigen Zeit? Die falsche Frage zur falschen Zeit? Fragen über Fragen ... apropos Fragen – ich hab da mal eine, oder besser, einige für Sie.


Offene Fragen
... geben keine Antwortmöglichkeiten vor – der Gefragte hat die volle Auswahl, was er Ihnen antwortet.

Offene Fragen sind gut dafür geeignet
  • Informationen einzuholen,
  • Kontakt herzustellen,
  • Hintergründe zu erfahren,
  • Gespräche am Laufen zu halten.
Wer Ihnen also offene Fragen stellt, möchte mit Ihnen im Gespräch bleiben, mehr erfahren. Oder andersrum: Stellen Sie offene Fragen, wenn Sie ein Gespräch fortführen wollen.

Offene Fragen werden oft durch die Fragewörter eingeleitet, die mit einem „W“ beginnen: wer, wie, was, wo, wann, welche.

Achtung:
Auch wenn die Fragewörter wieso, weshalb, warum mit einem „w“ beginnen, echte offene Fragen können Sie damit eher nicht stellen. Statt Informationen bekommen Sie möglicherweise eine Rechtfertigung (oder eine dumme Antwort …) und platzieren Ihren Gegenüber mit dem Rücken zur Wand:

„Warum sind Sie heute zum Meeting zu spät gekommen?“ klingt eben anders als „Was ist passiert, dass Sie heute zu spät zum Meeting gekommen sind?“

Oder:

„Warum lesen Sie eigentlich schon wieder meinen Blog?“ statt „Was interessiert Sie besonders, dass Sie regelmäßig meinen Blog lesen?“

Geschlossene Fragen
... liefern eine begrenzte Antwortmöglichkeit gleich mit der Frage mit:
„Möchten Sie Ihr neues Auto in grün oder blau?“ wäre die klassische Alternativfrage, die bei mehr als zwei Antwortoptionen (grün, blau oder weiß) auch Katalogfrage genannt wird.

Bei der Frage „Sie wollen Ihren neuen Wagen sicher bar bezahlen?“ hat Ihr Gegenüber zwar neben der "Ja"- noch die „Nein“-Option – doch die Wunsch-Antwort haben Sie bereits suggeriert – deshalb Suggestivfrage.

Geschlossene Fragen sind gut dafür geeignet
  • Verbindlichkeit herzustellen (z. B. Zwischenergebnisse zu sichern),
  • Gespräche kurz zu halten,
  • Gespräche oder Gesprächsthemen abzuschließen.
Mit geschlossenen Fragen wird oft ein Gespräch gezielt in eine bestimmte Richtung gelenkt, eine Entscheidung herbeigeführt. Die Gesprächspartner kommen „auf den Punkt“.

Damit wären die grundlegenden Fragen geklärt – einige bleiben dennoch offen. Dazu mehr in diesem Beitrag.

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